Prunk im Königsbau

Im Königsbau durch die ehemaligen Prunkappartements von Ludwig I. geschlendert ...

Am 11. April war nicht Wandern angesagt, sondern mit Susanne eine Führung im Königsbau der Münchner Residenz. Insgesamt waren wir zu elft, so dass die Gruppe nicht allzu groß war. Damit wir nicht fast durch das ganze, sehr weitläufige Gebäude gehen mussten, geleitete uns eine Mitarbeiterin der Residenz „hintenherum“ über eine schmale Treppe direkt zu den Prunkappartements von König Ludwig I. und Königin Therese. Das war die zweite Überraschung nachdem wir erfuhren, dass Horizonte die Eintrittskosten quasi als nachösterliches Geschenk übernahm. Welch‘ eine Freude!

1835 – quasi zur Silberhochzeit – war der neue Wohnsitz von König Ludwig I. und seiner Gattin Therese einzugsbereit. Da Ludwig I. ein ausgesprochener Fan der Antike war, sind die Räume im klassistizischen Stil ausgestattet. Die Wände seines Appartements zieren Figuren aus griechischen Mythen. Die Wände des Appartements der Königin jedoch deutsche Sagen und Dichtungen.

Sehr umfangreich ist die Porzellansammlung der Wittelsbacher. In einigen Räumen sind regelrechte Festtafeln ausgestellt, so dass wir einen Eindruck davon bekamen, wie die Herrschaften speisten.

Auch die Silberkammer ist beeindruckend. Es gab extra den Beruf des Silberzählers, der abends nachzählte, ob alles Silber wieder in der Silberkammer gelandet war und nicht den Weg in die Taschen eines Dienstboten fand. Dieser Beruf war sehr verantwortlich. Ob gut bezahlt, wissen wir nicht.

Auch die zahlreichen kleinen Figürchen, die in Vitrinen ausgestellt sind, begeisterten uns. Manche wollten sich gar nicht trennen. Es gab einfach zu viele Einzelheiten zu bewundern wie z. B. einen klavierspielenden Fuchs, Dienstboten, die Waren trugen, tanzende Paare und und und …

Eine Besichtigung der Residenz ist nicht nur interessant, sondern auch ermüdend. So schlenderten wir nur kurz durch die Nibelungensäle, die etwas düster sind, da an den Wänden die blutige Geschichte des Nibelungenliedes dargestellt wird.

Drei Stunden waren wir im Königsbau. Die Zeit verrann unglaublich schnell. Aber nun hatten wir genug! Draußen schien die Sonne. Einige wollten das Kabinettsgärtchen, von dem Susanne erzählt hatte, anschauen; andere verabschiedeten sich.

Susanne ließ sich breitschlagen, noch mit ins Kabinettsgärtchen zu gehen, das sich im hinteren Bereich der Residenz befindet. Seinen Namen hat es, weil das Gärtchen sehr klein ist. Hinter hohen Mauern verborgen befindet sich eine ruhige Oase mit Bänken, zwei Wasserbecken mit modern gestalteten Mosaikböden, Blumen und Bäumen.

Da sich Kaffeedurst breitmachte, gingen wir zum nahe gelegenen St.-Anna-Platz im Lehel. Dort gibt es ein paar Cafés und zudem die entzückende St.-Anna-Kapelle. Inzwischen waren wir noch zu sechst und fanden in einem Café tatsächlich genügend Plätze im Freien. Denn überall brummte es von Menschen, die die Sonne genießen wollten. Wir blieben bis in den späten Nachmittag sitzen, unterhielten uns, tranken Kaffee, aßen Kuchen – ein rundum gelungener Tag!

Was steht sonst noch an? In unserem Wanderkalender findest Du unsere nächsten Termine.

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