Erkundundgstour in Haidhausen

Wandlung vom ehemaligen Glasscherbenviertel zum trendigen Stadtteil ...

Letzten Samstagnachmittag „tanzten wir aus der Reihe“ und erkundeten Haidhausen. Unsere ehrenamtliche Wanderführerin S., die Stadtführerin ist, erzählte uns auf lebhafte Weise, wie Haidhausen entstand, wer dort früher wohnte, warum das Franzosenviertel so heißt und wie Haidhausen „in“ wurde.

Der Rundgang begann am Max-Weber-Platz. Von dort gelangten wir duch einen schmalen Durchgang und eine Treppe zu einer ehemaligen Lehmgrube. Haidhausen liegt ja an der Lehmzunge, die sich im östlichen Teil von Giesing nach Ismaning zieht und wo schon ab dem 14. Jhrh. Lehm abgebaut wurde, um Ziegel für die Stadtmauer, die Hausdächer oder den Liebfrauendom zu brennen. Eine harte Arbeit, die schlecht belohnt wurde und auch für die Gesundheit nicht gerade förderlich war.

So ging es früher zu!

Haidhausen lag auch an der Salzstraße sowie an der Handelsstraße nach Wien. Entlang dieser Handelsstraßen siedelten sich Tagelöhner auf der Suche nach Arbeit an. Denn diese hatten kein Stadtrecht im damaligen München, der jetzigen Altstadt, und mussten sehen, wo sie bleiben. Lange Zeit war Haidhausen sehr ärmlich. Zeugnis hierfür bieten die Herbergshäuser, die heute romantisch anmuten, aber zu früheren Zeiten keinen Wohnkomfort boten. Oft musste eine zehnköpfige Familie auf 20 m² leben; fließend Wasser und sanitäre Anlagen waren nicht vorhanden.

Besonders gut gefiel uns der Besuch der Herbergshäuser in der Preysingstraße, die heute von Künstlerinnen und Künstlern genutzt und auch bewohnt werden. Mitten in der Stadt herrscht dort eine Ruhe, das Ambiente mutet dörflich an. Kurz gesagt: Eine Idylle!

Auch Karl Valentin ist verbunden mit Haidhausen, denn er absolvierte in der Weißenburger Straße 28 seine Schreinerlehre und erlaubte sich manchen Scherz mit dem Schreinermeister. Abends spielte Karl Valentin oft Billard im Café Reichshof, das es immer noch gibt.

Ausklang im Werksviertel

Unsere Tour endete am Orleansplatz. Wir beschlossen dann, im nahe gelegenen Werksviertel-Mitte die fertig gestellten Graffiti vom Frauen-Street-Art-Festival „Hands Off The Wall“ zu besichtigen und bummelten gemächlich über das Gelände. Durst machte sich breit und wir tranken in einer Art Lounge noch was, bevor wir uns gegen 21 Uhr auf den Heimweg machten. Alle waren sich einig, dass wir wieder schöne gemeinsame Stunden verbrachten und auch das „betreute Ausgehen“ – wie eine Teilnehmerin schrieb – sehr zu begrüßen war.

Weitere Inspirationen sowie Kurzbeschreibungen unserer schon durchgeführten Wanderungen findet Ihr im Wanderkalender und Wanderarchiv.

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